Worin unterscheiden sich Testreferenzjahr- und DIN 4710 Wetterdaten?

Die Wetterdaten nach DIN 4710 und die TRY-Klimadaten unterscheiden sich hinsichtlich Datengrundlage, Genauigkeit, Extremwerten und Rechenaufwand. DIN 4710 – Summenhäufigkeit Die Summenhäufigkeit nach DIN 4710 beschreibt die mittlere jährliche Häufigkeit von Außenluftzuständen. Grundlage sind:

  • stündliche Messwerte der Lufttemperatur
  • relative Feuchtewerte
  • daraus berechnete Wasserdampfgehalte
Der Bezugszeitraum basiert auf Messdaten der Jahre 1961 bis 1990. Die Daten zeigen:
  • wie häufig bestimmte Außenluftzustände auftreten
Nicht enthalten sind:
  • konkrete Tage
  • Uhrzeiten
  • Betriebszeiten der Anlagen
Dadurch eignet sich dieser Datensatz besonders zur Überprüfung der Anlagenauslegung. Vorteile:
  • Extremwerte sind enthalten
  • schnelle Berechnungsdauer
  • Auslegung kann überprüft werden
Nachteile:
  • keine Betriebszeiten auswertbar
  • nur etwa 400 Werte repräsentieren ein Jahr
DIN 4710 – Stündliche Werte Die stündlichen Wetterdaten nach DIN 4710 bilden mittlere monatliche Tagesgänge ab. Dabei repräsentieren:
  • 24 Stunden den mittleren Tagesgang eines Monats
Der Datensatz wird häufig für vereinfachte Simulationen verwendet. Vorteile:
  • Betriebszeiten können berücksichtigt werden
  • schnelle Berechnungsdauer
Nachteile:
  • nur 288 Werte repräsentieren ein Jahr
  • keine Extremwerte enthalten
  • basiert auf Mittelwerten
TRY-Klimadaten (Testreferenzjahr) TRY-Daten beschreiben einen charakteristischen Witterungsverlauf eines vollständigen Jahres. Die Datensätze basieren auf:
  • realen Witterungsabschnitten
  • meteorologisch angepassten Übergängen
  • typischen Jahresmittelwerten der jeweiligen Region
Die TRY-Daten wurden speziell entwickelt für:
  • Heiztechnik
  • Raumlufttechnik
  • Gebäudesimulationen
  • Anlagensimulationen
Es werden:
  • alle 8760 Stunden eines Jahres
abgebildet. Vorteile:
  • realistische Jahresverläufe
  • Betriebszeiten können berücksichtigt werden
  • hohe Genauigkeit für Simulationen
Nachteile:
  • sehr zeitintensive Berechnung